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Click it2
Gute Seiten - Schlechte Seiten

Die Story:

Für Captain@Sorglos ist das Internet ein riesiger Spielplatz der unbegrenzten Möglichkeiten. Der Captain, Kunstfigur und Internetlobbyist, bewertet den Cyberspace als "sicher -total -ungefährlich". Dabei müsste er es besser wissen, denn die Datenautobahnen sind sein Zuhause. Ganz offensichtlich geht es ihm jedoch wie vielen "Usern": Im Netz verliert er den Überblick. Nach dem Motto:"Alles schön bunt hier- ich kann mich gar nicht entscheiden", surft Captain@Sorglos durch die Datenwogen, ohne sich um so banale Dinge wie Navigation und Orientierung Gedanken zu machen. Mehr noch: Er versucht dem Theaterpublikum zu beweisen, dass das Internet total ungefährlich oder so gefährlich wie "Bananen schälen" ist. Ob ihm der Beweis gelingt?
Am Beispiel von Silvio und dessen Klassenkamerad in Billa möchte Captain@Sorglos auch die letzter" "Miesmacher und Internetverbieter" vom unbegrenzten und freien Zugang zum Netz überzeugen. Das scheint anfänglich auch tatsächlich zu funktionieren. Bilder und Musik werden ausgetauscht, lustige Spiele und interessante Informationen im Netz entdeckt, Freundschaften gepflegt oder neue Freunde und Freundinnen gefunden. Online scheint auch das Flirten ein ungefährlicher Spaß zu sein. Silvio erlebt das Netz als eine Welt, in der er sich relativ sorglos bewegen kann. Sein Vertrauen in den Schutz von Erwachsenen zieht er nicht zuletzt aus der Erfahrung, dass ein Lehrer nicht mehr an seiner Schule unterrichten darf, nachdem auf dessen Profil im Netz Gewalt verherrlichende Pornografie stand. Doch dann taucht ein Video im Internet auf, das alles verändert: Billa und vor allem Silvio werden Opfer von Cybermobbing...

click it!2 - Prävention gegen Cybermobbing und sexuelle Gewalt im Netz

Als vor fünf Jahren das Zartbitter-Theaterstück click it! Premiere hatte, konnte sich niemand den außerordentlichen Erfolg dieser Theaterproduktion gegen sexuellen Missbrauch im Internet vorstellen. Die lebensfrohe und altersgerechte Inszenierung des Theaterstücks über sexuelle Gewalt im Internet wurde nicht nur von Medienpädagogen und Traumatherapeuten gelobt, click it! wurde auch für den AOL-Award nominiert. Mit großem Erfolg tourte das Theaterstück durch den gesamten deutschsprachigen Raum und wurde von mehr als 350.000 Mädchen und Jungen gesehen.

Der rasante Wandel der Mediennutzung von jugendlichen Mädchen und Jungen hat Zartbitter zu einer Neuinszenierung des Theaterstücks veranlasst. click it!2 thematisiert nicht mehr die Gefahren durch Fremdtäter, sondern Gewalt unter Jugendlichen im Internet- in Chatrooms, in sozialen Netzwerken wie SchülerVZ, Facebook und Messengerprogrammen wie beispielsweise MSN, und 1CQ. Damit berücksichtigt die Neuinszenierung die Tatsache, dass in der Statistik des Bundeskriminalamtes ein Drittel aller Tatverdächtigen bei Sexualdelikten Jugendliche unter 18 Jahren sind. Im Internet dürfte der Anteil junger Täter noch deutlich höher liegen. Die Story von click it!: greift die Erfahrungen vieler Mädchen und Jungen auf, die gemeinsam mit Zartbitter in mehr als 20 Workshops die Produktion vorbereiteten und über zum Teil sehr massive Konfrontationen mit harter Pornografie, sexueller Anmache, Horror- und Ekelvideos und vor allem mit Cybermobbing berichteten - meist durch ihnen persönlich bekannte Jugendliche (z.B. Mitschüler). Ebenso flössen in die Produktion Erfahrungen der Beratungsstelle Zartbitter in Fällen von Missbrauch durch erwachsene Mitarbeiter aus Institutionen ein: In mehreren Fällen wurde bekannt, dass Pädagogen über die Medien die ihnen anvertrauten Mädchen und Jungen sexuell ausbeuteten bzw. einen Missbrauch vorbereiteten.

Cybermobbing und sexuelle Gewalt im Internet bagatellisieren Jugendliche oftmals als nicht reales Spiel oder als "Scherz", dabei ist diese Form der Gewalt für die Opfer extrem belastend. In besonderem Maße leiden sie darunter, dass ihr privater Lebensbereich die Funktion als Schutzraum verliert: Über Handy sind die Opfer überall und jederzeit erreichbar, der Computer steht meist im eigenen Wohn- und Schlafraum. Die Täter und Täterinnen verschicken ihre verletzenden Bilder, Videos und Texte per SMS oder kostenfrei per Bluetooth. Oftmals loggen sie sich unter Namen der Opfer ein, legen unter deren Namen Websites an oder verüben indirekte oder offene Verletzungen über Instant Messenger oder Communities. Sie gründen zum Beispiel "Hassgruppen" gegen bestimmte Personen. Die durch die Technik geschaffene Distanz reduziert die Empathie mit dem Opfer, die Anonymität im Netz die soziale Kontrolle.

Das Theaterstück click it!2 überwindet die Isolation des Opfers vor dem Bildschirm: Das junge Publikum erlebt in Identifizierung mit Silvio und Billa, dass Cybermobbing und die Konfrontation mit pornografischem Bildmaterial mit Kindern oder Horrorbildern im Internet keineswegs "witzig" ist. click it!2 zeigt keine Bilder der Gewalt, sondern fördert die Empathie für und Solidarität mit Opfern, indem die Zuschauerinnen und Zuschauer die Reaktionen von Silvio und Billa und der Peergroup auf Mobbing durch andere Jugendliche miterleben. Und so vermittelt das Theaterstück ohne pädagogischen Zeigefinger, und ohne sie explizit zu benennen, die nicht nur im Netz überlebenswichtige Botschaft: Hilfe holen ist kein Verrat!

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