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Integration –leicht gemacht – mit Japanisch?!?
Wie Animes und Mangas eine universale Verständigung ermöglichen.


von Ute Winkels


Wenn man - als Lehrer zum Beispiel - von jugendlichen Schülern lernen will, dann lohnt sich ein Besuch beim Japanisch Kurs an der Heinrich-Heine-Gesamtschule. Immer am Montag oder Mittwoch in der Mittagspause kommen zurzeit - manchmal bis zu 20 Schüler - dorthin, um Japanisch zu lernen. Die meisten von Ihnen sind leidenschaftliche Anime- und Manga Fans,ob aus Deutschland  oder mit Migrationshintergrund. Sogar fünf Flüchtlingskinder/jugendliche aus dem Irak und Syrien sind diesmal dabei.

Noch nie waren so viele Teilnehmer im Japanisch Kurs. Gerade bei den Flüchtlingskindern/jugendlichen könnte man meinen, dass Deutsch schon genug Herausforderung wäre. Deshalb drängt sich unwillkürlich die Frage auf: Warum denn dann noch Japanisch?

Im Laufe der Jahre war es eine lehrreiche Erfahrung für mich als Leiterin des Kurses zu begreifen, was für eine enorme Faszination Animes und Mangas auf Jugendliche ausüben. Ihr Reich der Fantasie ist vielschichtig und vielfältig - mit einem reichhaltigen Angebot unterschiedlichster Heldenfiguren. Sie sind die wahren "global players"! Denn alle Fans, egal aus welcher Nation, kennen deren Eigenschaften, Eigenheiten und insbesondere deren übermenschliche Fähigkeiten.

Über ihre Heldenfiguren und deren Sprache entsteht bei der internationalen Fangemeinde so etwas wie ein gemeinsamer, universaler Anime- und Manga - "Code". Dieser verbindet natürlich und schafft eine Gemeinsamkeit, die alle Grenzen sprengt, unabhängig von Religionszugehörigkeit oder Muttersprache. Man versteht sich und kommuniziert darüber: Warum, wieso man genau diese Geschichte und deren Helden bevorzug oder gar verehrt ...

Zwangsläufig entstehen Diskussionen –auch unter meinen Japanisch-Schülern, aber der Toleranzpegel ist hoch. Man signalisiert viel Bereitschaft untereinander, die jeweiligen Fantasiegestalten in all ihrer Exotik zu akzeptieren. Es wird auch viel gelacht. Alle wissen, die Animes und Mangas sind ein fiktionales Spiel(feld): "Nichts ist unmöglich..."

Der Japanisch Unterricht beschert mir als Lehrerin häufig immer wieder neue  (Er-)Kenntnisse. Denn jeder meiner Schüler hat seinen eigenen Lieblingshelden oder seine eigene Lieblingsheldin. Wobei, und das kann nicht genug hervorgehoben werden, manche Figuren weder einem Geschlecht, einer Rasse oder gar einer Nation eindeutig zuzuordnen sind.

Getreu dem Prinzip: Fantasie an die Macht! zeichnen sich die Manga- und Animehelden durch außergewöhnliche Verwandlungsfähigkeiten aus. Je exzentrischer und extremer sie sind, desto mehr euphorisieren sie ihre Fans. Einer meiner Schüler aus dem Irak schwärmt von "Naruto", der je nach Bedarf und Lage beliebige Monsterkräfte entwickelt und so jeden Feind aus dem Felde schlagen kann. Sein Bruder zieht „Hatake Kakashi“ vor: Er ist der "Lehrer" bzw. Meister von Naruto. Womöglich ist er in genau dieser Funktion eventuell einflussreicher oder gar mächtiger als der allseits bekannte Superheld? Ein anderer Schüler aus Syrien ist von "Marada" begeistert. Nur Kraft der Magie eines Auges ist er zu Übermenschlichem fähig. Ein Mädchen, ebenfalls aus dem Irak, himmelt "Usui" an. Dessen einziger Vorzug ist, dass er "einfach toll aussieht". Typisch weiblich? Weit gefehlt! Eine andere Schülerin meines Kurses gibt nämlich zu, dass ihre absolute Bewunderung einem "Sniper" (Scharfschützen) - und zwar dem weltbesten - gilt. Natürlich kämpft er nur gegen das Böse. Im Übrigen ein Thema, das viele Manga- und Animegeschichten durchzieht. Hoch gewertet sind auch die Tugenden der Freundschaft und Loyalität, also nicht die Liebe, wie man als "Laie" glauben könnte.

Fasziniert von übermenschlichen Energien oder bezirzendem Aussehen träumen sich die Schüler in eine märchenhafte Comicwelt. Diese befreit sie von belastender, gar leidvoller Vergangenheit oder ständigem Alltagsstress der Gegenwart. Aber es sind nicht nur die fiktiven Helden und Heldinnen, mit denen man sich die Schüler phasenweise sogar so weit identifizieren, dass sie sich wie diese verkleiden (Cosplayers), sondern diese motivieren sie auch, die japanische Sprache in ihrer ganzen Komplexität zu lernen.  Ein „Sesam öffne dich“ also nicht nur zum Reich der Fantasie, sondern auch zur Realität, zum Land der aufgehenden Sonne, Japan.

  



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