Theater-AG (TAG)
![]() Michael Uhden gründet die Theater-AG am Leibniz-Gymnasium. |
"Das erste
abendfüllende Stück unserer Theatergruppe steht auf der Bühne. Doch
vielleicht interessiert es Sie auch, wie es überhaupt dazu kam. Vor etwa 2 Jahren wurde Herr Uhden von Schülern angesprochen, ob er nicht Lust hätte, eine Schülertheatergruppe zu gründen. Als ehemaliges Kom(m)ödchenmitglied hatte er eine Menge Erfahrung auf diesem Gebiet und erklärte sich auch dazu bereit." So stand es zu lesen im ersten 'Programmheft zur Aufführung der Theatergruppe des Leibniz-Gymnasiums'. Verfasst wurde der Artikel von Frank Küster, einem der ersten Akteure der TAG und heute selbst Theaterprofi. Dieses 'erste abendfüllende Stück der TAG' war 'Schreie in der Nacht' von Helmut Heinemann. Den ersten Auftritt mit seiner Gruppe hatte Michael Uhden allerdings mit dem Sprechstück 'Die Sonate und die drei Herren' oder 'Wie spricht man Musik?' von Jean Tardieu. Eine der Aufführungen zur 'Sonate ...' fand im Musikraum des Leibniz-Gymnasiums statt. Frank Küster: "Die Schüler, die bei den samstäglichen Theatertreffs mitmachten, wechselten von Woche zu Woche, doch mit einem Stamm von wenigen gelang es, ein kleines Sprechstück zu inszenieren. Es wurde mit großem Erfolg auf der Abiturfeier '79 und ein zweites Mal im August letzten Jahres aufgeführt. Mit den übrigen Mitgliedern der Theatergruppe machte Herr Uhden Sprech- und Gedächtnisübungen, welche für die weitere Entwicklung der Gruppe von großem Nutzen waren." Und diese Entwicklung der TAG wurde von der Schulgemeinde (und nicht nur von der!) mit zunehmendem Wohlwollen betrachtet. Die Aufführungen der TAG wurden zum kleinen gesellschaftlichen Ereignis für Schüler, Lehrer, deren Freunde und Verwandte und so manche theaterbegeisterte Derendorfer. Die TAG brachte dem Leibniz-Gymnasium ein gutes Stück mehr an Gemeinschaft, an Zusammenhalt. Dazu trugen u.a. auch die vielen positiven Pressereaktionen auf die Arbeit der Truppe bei. So hieß es z.B. am 19. Juni 1981 in der 'Rheinischen Post': "Das Leibniz-Gymnasium hatte sich an der ersten bundesdeutschen Schüler-Theater-Woche in Meerbusch beteiligt. Viel Beifall erfuhr das Mädchen-Ballett. Die Theatergruppe fand mit ihren Aufführungen 'Mord im Schloss' und 'Das Gartenfest' große Aufmerksamkeit'." Wichtig war die Arbeit in der TAG für die Außendarstellung unserer Schule. Wertvoll wird diese Arbeit für die persönliche Entwicklung vieler der Schüler gewesen sein, mit denen Michael Uhden arbeitete. So mancher aus dem Kollegium rieb sich verwundert die Augen, wenn er sah, was sonst unscheinbare Schüler auf der Bühne zustande brachten. Die Arbeit in der TAG brachte nicht nur Könner wie die Kabarettisten Dieter Nuhr und Frank Küster, die Schauspielerinnen Sofia Nikols und Ulrike Hötzel, den Schauspieler Hans Mohr und nicht zu vergessen Achim Sonntag (mit seinem Kindertheater) hervor, sie hatte einen wesentlichen, positiven Anteil an der Persönlichkeitsentwicklung vieler weiterer Schüler des Leibniz-Gymnasiums. Auch wenn er das nicht hören mag: Michael Uhdens Arbeit in der TAG war um Vieles erfolgreicher (gerade aus pädagogischer Sicht) als das Bemühen behördlich gesponserter Pädagogik- Profis. Umso unverständlicher ist es, daß Michael Uhden weder ernsthaft in seiner Arbeit unterstützt wurde noch irgendeinen Vorteil daraus ziehen konnte, dass er weit länger als ein Jahrzehnt freiwillig und engagiert das leistete, was höchste Schulverantwortliche in Sonntagsreden und Vorworten fordern, aber im Schulalltag nur zu selten verwirklicht sehen. (Werner Pieper) |